
Über den Gründer der Universellen Musik
Andreas Rüsing
Andreas Rüsing (*1973) ist Komponist, Pianist, Chorleiter und musikalischer Leiter.
Seit den späten 1980er-Jahren ist er kontinuierlich als Musikschaffender tätig und verbindet in seiner Arbeit praktische Musikerfahrung mit einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten von Klang, Rhythmus und musikalischer Ordnung.
Seine musikalische Ausbildung erhielt er in München bei Sergiu Celibidache und Konrad von Abel. Parallel dazu studierte er Musikwissenschaften an der Universität Regensburg. Früh entwickelte sich daraus ein Arbeitsfeld, das gleichermaßen von künstlerischer Praxis, analytischem Denken und philosophischer Fragestellung geprägt ist.
Über viele Jahre hinweg war Andreas Rüsing als Chorleiter, Pianist, Korrepetitor und musikalischer Leiter in zahlreichen Musical-, Theater- und Konzertproduktionen tätig. Engagements führten ihn unter anderem an das Stadttheater Fürth, zu den Festspielen in Bad Kissingen sowie zu Produktionen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten wurden mehrfach vom Bayerischen Fernsehen dokumentiert.
Als Komponist realisierte er ein umfangreiches Œuvre, darunter Musicals, Oratorien, Theater- und Konzertmusiken. Besonders erfolgreich waren unter anderem die Produktionen „Christa“ (über 70 Aufführungen) sowie „Der Kaiser und die Gauklerin“ mit einer Auslastung von über 90 %. Neben großformatigen Bühnenwerken entstanden zahlreiche Kompositionen für Chor, Kammermusik, Orchester und experimentelle Besetzungen.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Andreas Rüsing über Jahrzehnte auch pädagogisch aktiv. Er unterrichtete Klavier, leitete Chöre, arbeitete als Korrepetitor und Ensembleleiter an Musical- und Schauspielschulen und begleitete Musikschaffende unterschiedlicher Erfahrungsstufen in ihrer Entwicklung.
Aus dieser langjährigen Praxis heraus entstand zunehmend eine zentrale Frage:
Was tun wir eigentlich, wenn wir Musik machen – und warum wirkt sie so tief?
Die Auseinandersetzung mit reiner Stimmung, Obertonstrukturen, rhythmischer Freiheit und universellen Ordnungsprinzipien führte zur Entwicklung der Universellen Musik sowie der von ihm entworfenen Notation-A. Dieses modulare Notationssystem ermöglicht eine flexible, kontextbezogene Arbeit mit Tonhöhen, Intervallen, Rhythmus und Ausdruck jenseits der Beschränkungen des temperierten Systems. Heute liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Weiterentwicklung und Vermittlung der Universellen Musik – in Konzerten, Kompositionen, Vorträgen und pädagogischen Formaten. Ziel ist es, Musikerinnen und Musikern wie auch einem offenen Publikum einen Zugang zu Musik als kohärentem, sinnstiftendem und wahrhaftigem Ausdruck universeller Gesetzmäßigkeiten
