
Über die Universelle Musik
Universelle Musik eröffnet einen neuen Blick auf Musik als Ganzes.
Nicht als Abfolge einzelner Noten, sondern als lebendiges Zusammenspiel von Tonhöhe, Rhythmus, Ausdruck und innerer Ordnung.
Sie geht von der Beobachtung aus, dass Musik dann besonders berührt, wenn sie innerlich stimmig ist – wenn sie sich nicht „gemacht“, sondern natürlich anfühlt.
Universelle Musik sucht genau diese Stimmigkeit: eine Leichtigkeit, die aus dem Einklang mit den musikalischen Naturgesetzen erwächst.
Was ist Universelle Musik – und was ist sie nicht?
Universelle Musik ist kein Musikstil.
Sie ist ein erweitertes musikalisches Verständnis, das verschiedene Stilrichtungen, Epochen und Ausdrucksformen miteinander verbindet.
Sie entsteht aus der Beobachtung, dass unser heutiges Notations- und Tonsystem viele kleine Unstimmigkeiten enthält, die Musiker durch Erfahrung und Professionalität oft intuitiv ausgleichen. Besonders im Rhythmischen gelingt das erstaunlich gut. Dennoch lohnt es sich, diese Bereiche bewusst neu zu denken und systematisch mit den Naturgesetzen in Einklang zu bringen.
Universelle Musik ist keine Abkehr von der bestehenden Musik.
Das herkömmliche Tonsystem bleibt Teil der Universellen Musik – wird jedoch bewusst und gezielt eingesetzt, dann nämlich, wenn sein spezifischer Ausdruck gewünscht ist.
Universelle Musik ist auch keine reine Kammerton-Debatte.
Die Anpassung des Kammertons kann ein sinnvoller Schritt sein, ändert jedoch nicht die grundlegenden strukturellen Fragen der Musik. Universelle Musik setzt tiefer an.
Zentrale Elemente der Universellen Musik
In jeder Musik stellt sich die Frage:
Wo liegen hier die Elemente der Freiheit – und wie können sie bewusst gestaltet werden?
Freiheit kann sich zeigen in Sprechrhythmus, Improvisation, flexiblem Tempo oder im Umspielen der genauen Tonhöhe oder des erwarteten Zeitpunkts.
Sie entzieht sich oft der exakten Notierung – und ist doch häufig das, was Musik lebendig macht und Herzen öffnet.
Ordnung wiederum gibt Halt und Form.
Universelle Musik versteht Freiheit und Ordnung nicht als Gegensätze, sondern als sich gegenseitig belebende Kräfte.
Rhythmische Strukturen führen näher an das „schlagende Herz“ eines Musikstücks heran als eine reine Taktangabe.
Sie können:
- den Charakter eines Stücks grundlegend verändern, ohne eine Note zu ändern
- freier Improvisation einen reproduzierbaren Rahmen geben
- eine ideale Ergänzung zu Lead-Sheets sein
Universelle Musik öffnet hier einen weiten Raum rhythmischer Möglichkeiten, der in der westlichen Musik selten mehr als ansatzweise genutzt wird.
Das heute übliche Tonsystem teilt die Oktave in zwölf gleich große Schritte, mathematisch basierend auf der 12. Wurzel aus zwei.
Diese Intervalle sind rechnerisch elegant – entsprechen aber nicht den Verhältnissen, die wir als natürliche Klangbeziehungen wahrnehmen.
Das Gehör ist daher ständig damit beschäftigt, diese Töne innerlich zu „korrigieren“.
Dieser unbewusste Prozess lenkt von der eigentlichen Freude des musikalischen Staunens ab.
Universelle Musik verwendet die Töne, die klanglich gemeint sind, und ersetzt das statische Tonsystem durch ein flexibles System, das sich der musikalischen Situation anpasst.
Dank moderner Instrumente und Technologien ist dies heute auch dort möglich, wo es früher undenkbar war.
Das musikalische Universum gleicht einem Sternenhimmel:
Jeder der unendlich vielen möglichen Töne besitzt einen eigenen Charakter.
Universelle Musik integriert Erkenntnisse aus:
- halbtemperierten Stimmungen der alten Musik
- mikrotonalen Teilungen der Oktave
- reinen Intervallen der Just-Intonation
- ekmelischer Musik und außereuropäischen Tonsystemen
All diese Ansätze lassen sich in ein logisch aufgebautes, übergeordnetes System einbetten – ein System, das die Vielfalt der Musik bewahrt und zugleich ordnet.
Universelle Musik nutzt Notenzeichen, die das gewohnte Notenbild beibehalten und zugleich den Charakter der Töne durch intuitiv lesbare Zeichen erweitern.
Diese Zeichen werden unter der Bezeichnung Notation-A zusammengefasst.
Notation-A kann:
- die herkömmliche Notation ergänzen
- oder als eigenständiges Notationssystem verwendet werden
So kann der Bereich der Stimmungen aus seinem Nischendasein heraustreten und von einer breiten musikalischen Praxis aufgegriffen werden.
Die Harmonik, wie sie im 20. Jahrhundert von Hans Kayser geprägt wurde, untersucht musikalische Gesetzmäßigkeiten vom Mikro- bis zum Makrokosmos. Ihre Wurzeln reichen zurück zu Pythagoras und Johannes Kepler.
Sie zeigt, dass musikalische Ordnungen nicht nur Klänge strukturieren, sondern auch schöpferische Prozesse widerspiegeln, wie sie überall in der Welt zu finden sind.
In der Universellen Musik ist Harmonik kein theoretischer Überbau, sondern ein lebendiger Bestandteil musikalischer Praxis – und eine Quelle tiefer Ehrfurcht vor dem musikalischen Schaffen.

Die Entstehung der Universellen Musik
- 1988 – Erste Entstehung der Tonhöhenzeichen Musik-A
- 1993 – Notarielle Beglaubigung einer ersten Version
- 1996 – Erster Entwurf eines pädagogischen Konzepts
- 1999 – CD Lichtspiele (reingestimmtes Klavier, gebundene Improvisationen)
- 2003 – Erweiterung der Notation auf den Rhythmus
- 2007 – Bandprojekt Universelle Musik („Talismane“, Tongestalt)
- 2011 – Erste universelle Versuche im Musical Christa
- 2013 – Musical PanNai vollständig in reinen Stimmungen
- 2016 – Einführung des Begriffs Notation-A
- 2017 – Gründung der Musik-A gUG
- 2018 – Konzertreihe Klingendes Denkmal (30 Konzerte)
- 2021 – Entwurf eines umfassenden theoretischen Werkes
- 2024 – Klärung der Begriffsfindung
- 2025 – Entscheidung für die Bezeichnung Universelle Musik und Anmeldung als Wortmarke
